Lothar Freiherr von Richthofen

1894 - 1922

1894

  • Am 27. September 1894 wird Lothar-Siegfried Freiherr von Richthofen nach Elisabeth und Manfred als drittes Kind von Albrecht Freiherr von Richthofen und seiner Frau Kunigunde (einer geborenen 'von Schickfus und Neudorf), in Breslau/ Schlesien geboren. Vater Richthofen war aktiver Offizier im Leib-Kürassier-Regiment 'Großer Kurfürst' (Schlesisches) Nr. 1

1907

  • Manfred Lothar und Bolko von Richthofen Die Brüder von Richthofen:
    Karl-Bolko ist erst vier Jahre alt, Manfred bereits Kadett und in Uniform. Lothar ist zu dieser Zeit Schüler. Er ging erst nach seinem Schulabschluss zum Militär.

1911

1914

  • Besuch der Kriegsschule in Danzig
  • Kriegsausbruch am 1. August 1914. Das Dragoner-Regiment Nr. 4 gehört der 5. Kavallerie Division an und findet die erste Verwendung an der Westfront.
  • 17.08.1914 -- Quartier im Schloss Brunelles/ Belgien.
  • Im September 1914 wird Lothar zum Leutnant befördert
  • 27.09.1914 -- Quartier Mauvinee bei Reims in Frankreich
  • Oktober 1914 -- Quartier in Attigny. Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse
  • 22.10.1914 -- Quartier in Vaux/ Champagne
  • November 1914 -- das Regiment wird an die Ost-Front verlegt.

1915

  • Kaparten-Front - Ungarn - März - Erkrankung - Behandlung im Hospital (der Charité) in Berlin.
  • Sommer/ Herbst - zur Rekruten-Ausbildung in die Heimat versetzt. Dann in Einsatz in Russland - Dolsk/ Kowel/ Pinsk.
  • Auf Anraten seines Bruders wechselt auch Lothar zur Fliegertruppe.
  • Im Winter 1915/ 1916 durchläuft Lothar die Ausbildung eines Feld-Beobachters. Anschließend Versetzung zur Kampfstaffel 23 des Kampfgeschwaders Nr. 4 (Kagohl 4). Sein Flugzeugführer war Carl Bolle, der spätere Pour-le-Mérite-Flieger und Führer der Jasta Boelcke.
  • Weihnachtsfeier mit der gesamten Familie in Schweidnitz.

1916

  • Am 2. Februar landen die Brüder Manfred und Lothar in Schweidnitz auf dem Exerzierplatz. -- Das Kampfgeschwaders Nr. 4 an den Kämpfen rund um Verdun (der Verdun-Schlacht) verwickelt.
  • Le Chatelet, 8. Mai 1916 -- Manfred besuchte mich auf eine Stunde. Es war sehr nett, sich hier im Felde mal wiederzusehen. Einige Tage darauf schoss er einen Franzmann ab. Leider ist mir dies noch nicht gelungen, obgleich ich auch schon einige Luftkämpfe hinter mir habe. Einmal [28. April 1916] rettete ich eins unserer Flugzeuge aus den Klauen zweier Franzosen. Der Beobachter, ein Leutnant von Schwerin von meiner Staffel, war tödlich verwundet und konnte sich nicht mehr wehren. Leider ist er nachher [02. Mai 1916] doch gestorben. Der Führer war nur leicht verwundet. Das Trommelfeuer am Toten Mann sehe ich jeden zweiten Tag.
  • Im Juli beginnt die 'Schlacht an der Somme' ebenfalls unter Beteiligung des Kampfgeschwaders
  • 5. Juli - Flugplatz Mercy le Bas bei Sandres an der Verdun-Front.
  • 30. Juli - Wechsel nach Essigny le Grand in der Nähe von St. Quentin/ Péronne.
  • Leider wird es wieder nichts mit meinem Urlaub [im September 1916], denn hier im Sommegebiet ist gerade Hochbetrieb; dazu haben wir statt sieben Flugzeugbesatzungen nur noch drei. Die übrigen vier sind teils krank, teils abgeschossen. Gestern bin ich dreimal über den Feind geflogen.
  • Dezember 1916 - Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse durch den Kommandierenden General der Luftstreitkräfte von Hoeppner.
  • Das Weihnachtsfest verbringt Lothar mit seinem Vater und Bruder bei der Jagdstaffel Boelcke auf dem Flughafen Pronville.
  • Winter 1916/ 1917 Ausbildung zum Flugzeugführer
  • 25. Dezember - Lothar absolviert seinen ersten Alleinflug.
  • Weihnachtsfeier in Bertincourt mit Vater Albrecht und Bruder LotharWeihnachtsfeier bei der Jagdstaffel Boelcke - Lothar feierte zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Manfred

1917

  • Im Februar wird Lothar aus Krankheitsgründen in die Heimat geschickt
  • 06. März - nachdem die Feldpilotenprüfung bestanden war, wird Lothar zur Jagdstaffel 11 kommandiert, deren Führer Manfred von Richthofen ist.
  • 'Lothar ist sehr ordentlich und wird seine Sache machen', Manfred
  • 10. März - Lothar erreicht die Jasta 11 in La Brayelle
  • 01. bis 13. Mai - Lothar wird Führer der Jasta 11 während sein Bruder Manfred auf Heimaturlaub geht. -- Im Zeitraum Ende März bis Ende April erzielt Lothar 16 Luftsiege
  • Festner Schäfer Richthofen Richthofen Wolff Angehörige der Jagdstaffel 11 im April 1917:

    Sebastian Festner (gef. April 1917), Karl-Emil Schäfer (gef. Juni 1917), Manfred von Richthofen (gef. April 1918), Lothar von Richthofen (gest. Juli 1922), Kurt Wolff (gef. September 1917)
  • 10. Mai - Verleihung des Hohenzollernschen Hausordens
  • 13. Mai - Verwundung - Verleihung des Ordens Pour le Mérite im Lazarett - Behandlungs- und Erholungsaufenthalt in Hamburg (ab Mitte Juni).
  • Manfred und Lothar vorm Schloss Markebeeke Manfred und Lothar von Richthofen vorm Schloss Markebeeke
  • 25. September - Rückkehr zur Jagdstaffel 11 und Übernahme der Führung bis zum 18. Januar 1918
  • Weihnachtsfeier mit Bruder und Vater im Feld
  • Abreise zu den Deutsch-Russischen Friedensverhandlungen nach Brest-Litovsk
  • Manfred und Lothar schreiben ihrem Bruder Bolko, der sich in der Kadettenanstalt Wahlstatt befindet, zehn Ansichtskarten mit: 'lauter unnützem Zeug, wahrscheinlich um die 'Pauker' in Wahlstatt zu ärgern. Sie unterschrieben nämlich mit 'Männe-Männing' und 'Lotte-Lotting'

1918

  • Januar/ Februar - Lothar erleidet eine Mittelohrentzündung und muss ins Lazarett, in ein Sanatorium in Berlin.
  • 16. Februar bis 13. März - Übernahme der Führung der Jagdstaffel 11
  • 13. März - Verwundung, anschließend Aufenthalt in einer Klinik in Düsseldorf :
    'Lothar durch Absturz Gesicht und Beine äußerlich verletzt; Befinden gut', Manfred
  • 'Fabelhafte Kerle, die Brüder von Richthofen: sind zusammen fünfzig und feiern schon den hundertsten.' Wilhelm I[mperator]. R[ex].
  • 21. April - Manfred von Richthofen fällt im Luftkampf jenseits der Front und wird mit militärischen Ehren bestattet.
  • 19. Juli - Lothar entflieht dem Lazarett und 'desertiert' zur Front - auf dem Weg nach Westen nimmt er an einem Essen mit dem Kogeluft von Hoeppner und von der Lieth-Thomsen teil. Zugfahrt nach Maubeuge, dann weiter mit dem Flugzeug zum Geschwader. Rückkehr zur Staffel.
  • Führer der Jagdstaffel 11 vom 19. bis 27. Juli -- Lothar wird die Führung des Jagdgeschwaders Nr. 1 'von Richthofen' übertragen.
  • 13. August - dritte Verwundung - Schuss durch den Oberschenkel. Lothar ist nicht mehr frontdiensttauglich. Aufenthalt im Vereinshospital in Hamburg.

1919

  • Hochzeit mit Doris Gräfin Keyserlingk aus dem Hause Cammau. Zwei Kinder (Sohn und Tochter) entstammen dieser Ehe.

1920

  • Albrecht Baron Richthofen, der Flieger-Vater, stirbt und wird in Schweidnitz bestattet.

1922

  • 4. Juli - auf einem Flug von Berlin nach Hamburg-Fuhlsbüttel verunglückt das Flugzeug D 1481 mit Lothar in der Piloten-Kanzel. Kurz vor dem Flugplatz setzt der Motor aus, die Maschine schafft es nicht mehr über die Baumkronen, sondern stürzt ab. Der Pilot ist tot - die Passagiere, u. a. UFA-Star Fern Andra, überleben.
  • 11. Juli - Beerdigung in Schweidnitz. Die Trauerfeier findet in der Garnisonkirche in Schweidnitz statt. Fliegerkameraden stehen am Sarg. Die Grabstätte existiert nicht mehr
    Lothar von Richthofen Todesanzeige Ernst von Hoeppner
    Lothar von Richthofen Todesanzeige Todesanzeigen für
    Lothar von Richthofen

1923 - ...

  • Lothars Sohn, Wolf-Manfred Freiherr von Richthofen (* 1922 in Breslau, + 2010 in Stockholm), diente als Offizier im Zweiten Weltkrieg. Später studierte er Agrarwissenschaft, wanderte nach Schweden aus. Er hat zwei Kinder.

1992

  • Lothar von Richthofen Wiesbaden in Memoriam Auf der Grabstätte seiner Geschwister auf dem Südfriedhof in Wiesbaden steht ein Stein, der an Lothar von Richthofen erinnert.